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ÜBERSICHT ZUCHT

GRUNDLEGENDES ZUR ZUCHT

(Auszug aus dem BettaSplendens-Forum)

I. DAS BECKEN

Der Siamesische Kampffisch Betta Splendens ist im Prinzip sehr anspruchslos, was seine Umgebung betrifft. Das sollte man jedoch nicht missverstehen, der Fisch fühlt sich natürlich besonders wohl wenn man ihm ein artgerechtes Becken mit ausreichend Platz zur Verfügung stellt. Daher sollte man zur dauerhaften Haltung Becken bevorzugen, die die Mindestabmessungen von 70x40x30 cm haben, je größer, desto besser. Dabei sind eckige Aquarien runden Beckenformen vorzuziehen. Der Bodengrund sollte aus möglichst feinem Kies bestehen, 2mm Durchmesser sind ideal. Er erfüllt eine wichtige Aufgabe bei der natürlichen Reinigung des Beckens, da sich Bakterien, die sich in jedem Becken befinden, dann auf dem Bodengrund aufhalten und die natürliche Reinigung unterstützen. Zur Zucht verwendet man besser keinen Bodengrund um besser reinigen zu können. Das Becken sollte stellenweise dicht bepflanzt sein, da Betta Splendens es liebt, sich zwischen den Pflanzen zu verstecken und auszuruhen. Außerdem bietet es dem anderen Arten gegenüber eher scheuen Fisch, sich etwas abzusondern, wenn ihm danach ist. Hervorragend eignen sich dabei Pflanzen, die auch an der Wasseroberfläche treiben können, wie Wasserpest oder Hornkraut. Wichtig ist auch, dass man zwischen den Pflanzengruppen dem Fisch etwas freien Schwimmraum zur Verfügung stellt. Geeignet für das Betta Splendens-Artenbecken ist auch im Handel erhältliches Deko-Material, wie bspw. Wurzeln, deren Nähe Kampffische sehr gerne aufsuchen und welche auch als Verstecke dienen. Steine sind ebenfalls eine gute Versteckmöglichkeit. Die Temperatur sollte erfahrungsgemäß zwischen 23 und 26° liegen, Kampffische fühlen sich auch noch bei Temperaturen bis 30° sehr wohl. Alles, was auf Dauer unter 22° abfällt, tut den Kampffischen nicht gut. Betta Splendens bevorzugen eher weiches Wasser, sind jedoch sehr flexibel und anpassungsfähig, was die Wasserwerte betrifft. Nur ein schnellen Umsetzen in ein Becken mit extrem anderen Wasserwerten kann dem Fisch erheblichen Schaden zufügen. Die idealen Wasserwerte sind : pH : 5-7 Härte : höchstens 25° dGH Auch ein Filter sollte im Artenbecken nicht fehlen - ob nun Außen- oder Innenfilter ist nicht entscheidend- und richtet sich auch nach der Größe des Beckens. Wichtig ist, dass der Filter keine zu große Strömung erzeugt, was Kampffische nicht mögen. Betta Splendens kommt aus natürlichen Lebensräumen mit langsamfließenden bzw. stillstehenden Gewässern. Einmal pro Woche sollte ein Teilwasserwechsel gemacht werden, ca. 1/3 bis 1/4 des Wassers. Ein Sprudelstein kann natürlich auch eingesetzt werden, auch hier gilt das Gleiche wie beim Filter - keine zu große Strömung zulassen. Es kann jedoch auch auf den Sprudelstein verzichtet werden, da Betta Splendens als Labyrinthfische Sauerstoff von der Wasseroberfläche atmen. Daher ist es jedoch wichtig, eine Abdeckung zu verwenden. Durch kalte Luft bzw. Zugluft könnten sich die Fische sonst schnell erkälten. Der Abstand zwischen Abdeckung und Wasseroberfläche sollte mindestens 5 cm betragen. Außerdem sind Kampffische hervorragende Springer, so dass eine Abdeckung unerlässlich ist. Die Beleuchtung des Beckens ist für Kampffische nicht ganz so wichtig, wohl aber für die Pflanzen im Becken. Daher sollte das Licht maximal einen halben Tag brennen, da sonst schnell eine Gefahr der Veralgung besteht. Ratsam ist es auch, das Aquarium nicht in die Nähe eines Fenster aufzustellen, da durch das Tageslicht Algenprobleme vorprogrammiert sind.

II. FISCHBESATZ

Idealerweise hält man Betta Splendens in einem Artenbecken. Ein Männchen mit einem Weibchen sollte es sein, wenn man züchten will. Ich verweise an dieser Stelle auf die Diskussionen in unserem Forum:
"Harem im 250l Becken" 
"Haremshaltung" 
Wer im Forum sucht, wird noch einiges mehr darüber entdecken. Niemals sollte man 2 oder mehrere Männchen vergesellschaften.
Kampffischmännchen sind revierbildend, und sie würden sich in einem zu kleinen Becken bekämpfen, bis der Unterlegende meist an Stress und seinen Verletzungen stirbt.
In sehr großen Becken kann man es evt. versuchen, 2 Männchen zu halten, da in diesem Falle dann jedes Männchen ein ausreichend großes Revier hätte - aber auch hier gibt es noch genügend Reibereien, auf die man lieber verzichten sollte, bevor doch eines der Männchen ernsthaft verletzt würde.
Das Revier eines Kampffischmännchens beträgt ca. 50 cm im Durchmesser, je nach Platzmöglichkeiten natürlich. Will man Siamesische Kampffische mit anderen Fischarten halten, ist es wichtig, dass man sie nur mit ruhigen Fischen vergesellschaftet, die auch nicht viel größer als die Kampffische selbst sind. Andere Labyrinthfische, die selbst friedlich sind, wie Zwergfadenfische, sind z.B. für eine Vergesellschaftung geeignet. Auch Neons und andere Salmlerarten sowie diverse Welse (z.B. Panzerwelse) kann man ohne Probleme in ein Gesellschaftsbecken eingliedern.
Schwierig sind einige Barbenarten, da sie die Angewohnheit haben, an den Flossen der Kampffische zu knabbern. Guppies sind ein Fall für sich - ich selbst habe noch nie Probleme mit Guppies und Kampffischen gehabt, habe allerdings von einigen Leuten gehört, dass es Schwierigkeiten geben soll, weil die Kampffische in den Schleierschwanzguppies Rivalen sehen könnten. Schwertträger und Black Mollies sollten ebenfalls kein Problem darstellen.
Bei revierbildenden Buntbarschen kann es u.U. jedoch zu Reibereien kommen.

III. FUTTER

Wichtig für die Gesundheit der Fische ist eine gute und ausgewogene Ernährung. Betta Splendens sind von Natur aus kleine Raubfische, die vorwiegend Insektenlarven zu sich nehmen. Ihr Maul ist deswegen nach oben gerichtet, damit sie an der Oberfläche befindliche Insekten und Insektenlarven besser und schneller schnappen können. Man füttert sie am Besten mit Mückenlarven ; dabei sind weiße und schwarze Mückenlarven roten gegenüber vorzuziehen, da rote ML bei Kampffischen Bauchwassersucht begünstigen können. Ideal sind lebende Mückenlarven, jedoch nehmen die Tiere auch gefrorene Larven. Auch Tubifex wird gern genommen. Ansonsten fressen die Tiere gerne Artemia, aber auch gewöhnliches Zierfischtrockenfutter wird genommen und dient einer ausgewogenen Ernährung.

 

 

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Erstellt: 09.12.2003
Michael Jesinghaus
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